Zigarrenfabrik und Hemingway

Montag, 16.04.2018

LEtzter Tag. Heute um 14:15 Uhr Ortszeit geht unser Transfer zum Flughafen, 18:15 Uhr sollten wir dann in Richtung Guatemala City über Panama City starten. Bis 14:15 Uhr waren also noch ein paar kubanische Minuten Zeit, um eine Zigarrenfabrik und das Wohnhaus von Hemingway hier in Havanna zu besichtigen.

Die Zigarrenfabrik ist natürlich eine staatliche Produktionsstätte und war vor der Revolution in Kuba in privater Hand. Uppmann, ein Deutscher, war der Eigentümer. Aktuell arbeiten in der Fabrik 300 Menschen, die mit der Herstellung von Zigarren beschäftigt sind. Sie sitzen in einem großen Saal, dicht nebeneinander und hintereinander an Holztischen und auf Holzstühlen und stellen eines der Markenzeichen Kubas her. In diesem Saal saßen etwa 30 junge Menschen, die neben ihrer Arbeit von einem Vorleser lautstark beschallt wurden. Angeblich haben sich die Arbeiter das so gewünscht, aber wie demokratische Abstimmungen in diesem Land laufen und Wünsche erfüllt werden, wissen wir genau so wenig, wie wie die Orange gelb und rund ist.
Die Arbeiter haben durchschnittlich einen Monatsverdienst von 15 Euro, dürfen 4 Zigarren im Monat sozusagen als Debutat mit nach Hause nehmen, müssen 8 Stunden pro Tag arbeiten und haben eine Stunde Mittagspause. Sie müssen täglich 80 bis 160 Zigarren abliefern, die anschließend durch eine Qualitätskontrolle laufen und nach Farben in die dafür vorgesehenen Schächtelchen sortiert und zum Verkauf angeboten werden. Die Anzahl der abzuliefernden Zigarren richtet sich nach der Art der Zigarre. Für die hochwertigen Zigarren benötigen die Arbeiter mehr Zeit und müssen demzufolge nur etwa 80 an der Zahl des heißbegehrten und von den Touristen teuer zu bezahlenden Rauchkrautes abliefern. Die anderen Zigarren müssen schneller hergestellt werden und sind etwas preiswerter.
Im Shop gleich neben der Fabrik konnten wir Zigarren erwerben. Ein gutes Stück kostete 23,00 Cucs, das sind fast genau soviel Schleifen in Deutschland.


Im Haus von Hemingway erwartete uns sein gepflegtes Wohn-, Schlaf- und Arbeitszimmer in Originaleinrichtung. Wir konnten im Garten sein Boot sehen, den vernachlässigten Pool und das fast zusammengefallene Gartenhaus von außen besichtigen. Der Künstler des Weglassens nahm sich 1961 in Idaho das Leben und verbrachte in Kuba seine wohl schönste Zeit. So beschreibt es zumindest Mary Welsh, seine 4. und letzte Frau in ihrem Buch „Wie es war“ (ich hab´s gelesen).

 

Grab seiner Hunde